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Nepper, Schlepper, Bauernfänger?!

Fahren mit Licht

So manchen mobilen Zeitgenossen dämmert es nie - tagsüber. Ob bei strömenden Regen, dichtem Schneetreiben, langen Fahrten durch Tunnels oder schattige Alleen – sie wollen sich nicht ins recht Licht rücken. Fahrlicht am Tage – das ist wie Wasser in den Brunnen schütten – so ihre Auffassung.

Dabei kann selbst am hellen Tage ein leuchtender Scheinwerfer positive Signale setzen. Denn wo die Sonne scheint, lauert auch der Schatten. Fährt ein eben noch geblendeter Wagenlenker in eine dunkle Waldpassage, erkennt er den Gegenverkehr, der mit Licht unterwegs ist, deutlich früher.

Eine Studie, die das niederländische SWOV-Institut im Auftrag der EU vornahm, kommt zu folgenden Hochrechnungen: Wenn jeder Mitgliedsstaat für seine Kraftfahrer eine generelle Lichtpflicht gebieten würde, könnten jährlich knapp zwei Millionen Verkehrsunfälle vermieden werden. Die Zahl der Verkehrsopfer sei dann um 5500 Tote und 155 000 Verletzte geringer. Alleine Krankenhaus- sowie Folge-Kosten in Höhe von zehn Milliarden Mark ließen sich einsparen.

Ein Großversuch, der an Unfallschwerpunkten in Niedersachsen unternommen wurde, stützt diesen Trend. 20 Landkreise beteiligten sich an der Aktion von Land, Landesverkehrswacht und der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Hunderte von Plakaten appellierten ein Jahr lang an alle motorisierten Verkehrsteilnehmer, ständig mit Licht zu fahren. Der Erfolg zeigt sich im Detail: An den plakatierten Verkehrsadern registrierten die Statistiker einen Rückgang der Todesopfer um mehr als 25 Prozent – Unfälle, die sich nachts ereigneten wurden dabei nicht berücksichtigt. 

Insbesondere Karambolagen mit dem Gegenverkehr, die häufig schwere Verletzungen für Insassen zur Folge haben, gingen deutlich zurück. Auf den anderen Straßenabschnitten hingegen verringerte sich die Zahl der tödlichen Verunglückten  gerade um 1,2 Prozent.

Trotz dieser Fakten ist die Forderung nach Tagesfahrlicht nicht populär. In einer Internet-Umfrage des ACE im vergangenen Jahr, behielten die Gegner klar die Oberhand. Nur ein knappes Drittel votierte für das Tagesfahrlicht. Haupteinwand der Kritiker: Gäbe es eine generelle Lichtpflicht, ginge der Sicherheitseffekt speziell für Motorradfahrer verloren.

In Skandinavien und Ungarn ist die Lichtpflicht am Tage bereits gesetzlich verankert. Auch die vormalige Bundesregierung spielte bereits mit dem Gedanken einer Gesetzesvorlage. Ihr damaliges Argument gegen die Einführung: der zusätzliche Verbrauch an Kraftstoffen addiere sich auf 288 Millionen Tonnen, der Ausstoß an Kohlendioxid würde um 690 000 Tonnen steigen.

Für die gesamte EU kalkuliert die SWOW-Studie mit einer Mehrbelastung von 2,65 Milliarden Euro. Aber die volkswirtschaftlichen Einsparungen – hauptsächlich im Gesundheitsbereich - beziffern die Wissenschaftler auf 4,78 Milliarden Euro.

Der Nutzen wäre weitaus höher – und menschliches Leid, das dadurch vermieden wird, lässt sich in Geldbeträgen gar nicht aufwiegen.


Zufriedene Führerscheinbesitzer








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